Donnerstag, 26. Juli 2007

Unterwegs quer durch die Republik

Sommerzeit ist Reisezeit - und das muss nicht Urlaub heißen. Eine Hochzeit und diverse Besuche im Familien- und Freundeskreis waren das Ziel von zwei verlängerten Wochenendausflügen. Sie führten uns im Juli zuerst in den äußersten Südwesten und dann über Berlin in den äußersten Nordosten unseres (ganz schön großen) Landes.


Schlafen Hühner ohne Hahn eigentlich länger?
Schön wär's, ist aber wohl nicht so. Das zumindest ist die Erfahrung, die sich während unseres Hochzeits-Bauernhof-Campings gegen vier Uhr morgens unauslöschlich in unser schlaftrunkenes Hirn einbrannte. Als es fünf Meter neben unserem Zelt völlig ohne vorheriges "Kikeriki" losgackerte, spielten sich Szenen in unseren Köpfen ab, die einfach nicht in einen harmlosen Blog wie diesen gehören. Andere Bewohner des Bauernhofes wie das Pony Helena oder auch eine junge Familie, die sich ebenfalls als Hochzeitsgäste entpuppten, trösteten uns indes über die morgendliche Tortur hinweg. Gerade unsere beiden jungen Damen fühlten sich pudelwohl auf dem Areal und wären gerne noch länger dort geblieben. Die Hochzeit war jedenfalls toll und das Wiedersehen mit so vielen alten Bekannten einfach gigantisch.


Ausbildung - Lebensziele - Lebensarten
10 Jahre Glaubenszentrum prägen. Das merken wir, denn auch wenn wir insgesamt ganz gut zurecht kommen, prasseln doch besonders bei all unseren Besuchen eine Menge Eindrücke auf uns ein. Die müssen wir erstmal einordnen. Unser Horizont wird erweitert, mal weniger auf der geistlichen Schiene. Wir sehen, wie Menschen arbeiten und wofür sie leben, was sie bewegt. Die Frage, was wir eigentlich erreichen wollen, stellt sich aus einer neuen Perspektive: Wir sind jetzt ungebunden, können machen was wir wollen - von den Kindern mal abgesehen. Mit Respekt und manchmal sogar etwas Neid (tatsächlich?!) sehen wir, was andere sich erarbeiten und aufbauen. Mitunter drängt sich dabei die Frage auf, was wir eigentlich in der Hand haben.
Nun bot sich Jens eine tolle Gelegenheit, seine sprachliche Kompetenz anhand eines Englischtests (TOEIC) zu dokumentieren, was für seine beruflichen Perspektiven wichtig werden kann. Vielleicht ergibt sich in diesem Bereich noch mehr. Wir suchen auch hier Gottes Führung und merken, dass wir in dieser Umbruchphase nicht alles im Griff haben. Gleichzeitig erleben wir auf Schritt und Tritt: Gott ist treu, und das erweist sich in den konkreten Herausforderungen des Lebens. Und deshalb sind wir entschlossen, uns auch weiterhin völlig auf ihn verlassen.

Indien - noch drei Monate
Unberührt von all diesen Überlegungen bleibt unsere Vorfreude auf Indien. Unser dortiger Freund hat uns inzwischen einige interessante Dinge über seine Tätigkeiten geschrieben, die wir sehr gerne kennenlernen möchten. Wir erwarten, dass wir ihn für seine vielen Aufgaben ermutigen können, und dass sich vieles erst direkt vor Ort ergeben wird - schließlich sind wir in Indien, wo vieles anders läuft als im geordneten Deutschland. Zudem wollen wir ja auch umherreisen andere Orte kennen lernen.
Weiterhin offen ist die Wohnungsfrage (dafür haben wir schon Möbel vor Ort gekauft), die Frage nach dem Visum sowie ein Teil unserer Finanzierung. Die Arbeiten an einem Übersetzungsprojekt von Jens sind nahezu abgeschlossen, so etwas wäre als Nebenverdienst in Indien ideal.

Unsere beiden Prinzessinnen
... sind einfach spitze. Muss erwähnt werden, dass Erziehung Arbeit ist und Nerven kostet? Und wie kann man nur behaupten, dass der Mensch von Natur aus gut ist??? Aber die beiden bringen uns so oft zum Lachen und sind einfach schon solche wunderbaren Persönlichkeiten, dass die Begeisterung bei uns immer wieder durchbricht. Was für ein Geschenk!!
Übrigens: In einer Woche hat das Warten für Linda ein Ende und sie kommt in der Kindergarten.

Missionsgesellschaft - Änderung!
Das muss noch erwähnt werden: Nachdem wir im März freudig unsere Zusammenarbeit mit dem AVC bekanntgegeben haben, hat sich hier nun doch noch eine Veränderung ergeben. In unserer Situation funktioniert es einfach besser, wenn wir mit Vision für Asien (Edelsfeld) zusammenarbeiten. Dorthin hatten wir ohnehin bereits gute persönliche Kontakte und sind dankbar für den unkomplizierten Einstieg bei ihnen. Seit Anfang Juli ist Jens dort nun bereits angestellt.

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